Burgen und Schlösser

Mein ganzes Leben hindurch begleiten mich Schlösser. Sie ziehen mich nicht nur wie magisch an, nein ich wohne auch immer irgendwo in der Nähe von Schlössern – mal mehr, mal weniger.

Begonnen hat es mit Schloß Liebenstein. Gemeint ist das Schloß Liebenstein bei Neckarwestheim, das weniger durch das Schloß bekannt ist als durch das Kenkraftwerk. Schloß, Neckarwestheim und KKW bilden ein Dreieck, dessen Seiten jeweils ungefähr 3-4 Kilometer Länge haben.

Auf dem besagten Schloß lebte eine Familie, deren Mitglieder dem mennonitischen Glaubensursprung entstammen. Kurz nach dem Krieg hatten sie das zum Schloß gehörige Hofgut vom Land Baden Württemberg gepachtet um die Felder zu bearbeiten. Dafür durften sie auf dem Schloß wohnen. Meine Großeltern und auch meine Mutter hatten sich mit Familie Fellmann angefreundet und gehörten auch zu der Kirche.

So kam es, dass ich bereits in jungen Jahren relativ häufig auf dem Schloß zu Besuch war. Ich spielte dann mit den Kindern der anderen Familien auf dem weitläufigen Gelände. Zu Familienfeiern, sowie zu Weihnachten, Ostern und zu St. Martin waren wir immer eingeladen und auch herzlich willkommen. Auch auf den anderen Höfen waren wir oft zu Besuch. Es waren schließlich alles Brüder von Walter Fellmann, von mir Onkel Walter genannt. In den Jahren 1968 bis 1970 war ich schließlich jeden Werktag auf Liebenstein. Nach dem Tod meiner Großmutter hatten Fellmanns angeboten auch mich aufzunehmen. Meine Mutter mußte ja schließlich arbeiten.

Ich habe die Zeit sehr genossen. Ich war nicht das fünfte Rad am Wagen, sondern das fünfte Kind in der Familie. Großmama (Die Großmutter der Familie) hatte mich genauso lieb wie „meine vier Schwestern“.

Im Schloß konnte man sich gut verstecken. Selbst Ostersüßigkeiten, die Am Bergfried versteckt wurden, waren teilweise Jahre lang nicht zu finden.

Als wir 1973 von Heilbronn nach Hannover zogen, brach es mir fast das Herz. Ich verlor nicht nur „meine Familie“ und meine Freunde, sondern auch die Orte, die ich im Laufe der Zeit so lieb gewonnen hatte.

Dennoch war auch in Hannover ein Schloß nicht weit. Neben Schloß Herrenhausen gibt es ja auch noch das Welfen-Schloß Marienburg in der Nähe von Hildesheim / Alfeld. Außerdem gibt es ja auch noch das Schloß Wilhelmstein auf einer kleinen Insel im Steinhuder Meer.

Zwischen 1976 und 1984 war es eher die Saba-Burg, die als Dornröschen-Schloß gilt.

Bis 1990 war es anschließend ein eher kleines Schloß: Schloß Ritzebüttel in Cuxhaven. Wer wie ich bereits auf einem Schloß gewohnt hat und weiß, wie weitläufig sie sein können, der denkt bei Schloß Ritzebüttel eher als ein Herrenhaus. Der Grundstock wurde denn auch um 1340 in einem Wohnturm gelegt. Wie so oft wurde immer wieder an- und umgebaut.

Als ich 1990 nach Aschaffenburg zog, wohnte ich direkt gegenüber dem Schloßpark. Das Schloß Johannisburg war Luftlinie ca. 800M von meiner Wohnung entfernt. Oftmals machten meine Frau und ich unsere Spaziergänge im Schloßpark. Die Lage am Hochufer des Mains ist einfach zu herrlich.

Seit 2000 wohne ich Luftlinie 500m vom Ahrensburger Schloß entfernt. Es ist mein Lieblingsmotiv, daher habe ich sehr viele Bilder aus allen Jahreszeiten der letzten 20 Jahre.

Auch sonst haben es mir Schlösser angetan. Wo ich sie sehe, nehme ich sie auf’s Korn und muss ein paar Fotos machen. Teilweise werden sie auch besichtigt, wie die Wartburg, Burg Eltz am Rhein, das Ludwigsburger Schloß oder Schloß Marienburg.

Im Moment gibt es zum Thema Schlösser nur zwei Wünsche: Noch einmal im Schloß Liebenstein schlafen. Das ist möglich, weil aus dem Schloß inzwischen ein Schloßhotel wurde.

Der zweite Wunsch geht schneller zu erfüllen: Das Schloß Ahrensburg besichtigen. Das habe ich in der Zeit, die ich jetzt hier wohne, noch nicht geschafft.